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  Newsletter für Patienten, Ärzte, Therapeuten
Sommer 2016

 

 

 

Zur Behandlung einiger Gefäßerkrankungen werden von Fachärzten oft Kompressionsstrümpfe und/oder Kompressionstherapie-Geräte verordnet. Bei diesen Medizinprodukten handelt es sich um so genannte Hilfsmittel, die der Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen unterliegen. Dazu hier wieder einige Informationen:

StGB § 299 a,b – Bestechung und Bestechlichkeit

Anfang Juni 2016 trat der Strafgesetz‐Paragraph in Kraft. Seltsamerweise wurde die Pharmazie weitestgehend verschont, die Hilfsmittelanbieter haben aber starke Einschränkungen erfahren. Der Ärzteschaft ist es nun verboten, wirtschaftliche Vorteile als Gegenleistung für Verordnungen zu fordern. Es bleibt abzuwarten, wie das neue Gesetz gelebt wird und wie Gerichte dazu entscheiden werden.

MDK‐Forderungen und ‐Empfehlungen

Immer mal wieder liest man merkwürdige Stellungnahmen vom MDK, die dann sogar Gutachten genannt werden. Das ist vor allem dann mehr als erstaunlich, wenn man den so genannten Gutachten entnehmen kann, dass nicht die geringste Fachkompetenz gegeben ist. So wird z. B. die IPK wegen angeblicher Kontraindikationen abgelehnt, Kompressionsbandagierung und manuelle Lymphdrainage werden aber empfohlen, obwohl es dazu identische Kontraindikationen gibt. Oder man zweifelt die belegte Wirksamkeit der IPK an, rät dann zur manuellen Lymphdrainage, für die es keinerlei evidenzbasierte Nachweise zur Wirksamkeit gibt. Grotesk ist es, wenn die Wirksamkeit der IPK unter Praxisbedingungen zwar anerkannt wird, für den häuslichen Bereich jedoch nicht.

Für jeden niedergelassenen oder Klinik‐Arzt gibt es die Pflicht der Fortbildung. Um Facharzt zu sein oder eine Zusatzbezeichnung führen zu dürfen, sind spezifische Ausbildungen erforderlich. Ein MDKMitarbeiter darf jedoch begutachten ohne jede Fachkenntnis, und dies auch noch nach Aktenlage. Nur sein Gewissen leitet ihn (§275 SGB V), was für Patienten oft bedeutet, dass sie keine wirksame Therapie erhalten und/oder monatelang darum kämpfen müssen.

Hilfsmittel‐Verzeichnis der GKV (HMV), Apparate zur Kompressionstherapie, Mehrkammergeräte (= Produktart 17.99.01.1…) am 21.09.15 aktualisiert

Die Wichtigkeit der überlappenden Luftkammern für die Behandlung lymphatischer Ödeme wurde nach über 20 Jahren endlich ins HMV aufgenommen. Außerdem wird nun beschrieben, dass die Luftkammern vom Steuergerät einzeln anzusteuern sind. Zitate aus dem HMV:

„Die sogenannte intermittierende pneumatische Kompressionstherapie (IPK) wird mit elektrischen Wechseldruckgeräten betrieben. Von diesen Druckgeräten wird Luft intermittierend, d.h. im Wechsel zwischen Druck und Entspannung, in Manschetten mit überlappenden Luftzellen gepumpt. Druckaufbau und –abbau sind zeitlich und der Höhe nach geregelt.“

Jede Kammer wird vom Gerät direkt und genau dosierbar angesteuert.“

„Mehrkammergeräte bzw. die entsprechenden Manschetten sind meist mit kleinen, überlappenden Luftkammern ausgestattet. Unerwünschte Kompartimentierung, Einschnürungen sowie Pendelflüsse der Lymphe mit unphysiologischer Klappenbelastung werden durch eine überlappende Luftkammeranordnung vermieden.“

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