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  Newsletter für Patienten, Ärzte, Therapeuten
Sommer 2014

 

 

 

Zur Behandlung einiger Gefäßerkrankungen werden von Fachärzten oft Kompressionsstrümpfe und/oder Kompressionstherapie-Geräte verordnet. Bei diesen Medizinprodukten handelt es sich um so genannte Hilfsmittel, die der Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen unterliegen. Dazu hier wieder einige Informationen:

MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) darf nicht in die ärztliche Therapie eingreifen

Der § 275 SGB V regelt dies unmissverständlich. Die Gutachter des MDK sollen sozialmedizinische Gutachten für die Krankenkassen erstellen, wenn dies in Einzelfällen von den Krankenkassen für erforderlich gehalten wird (die Kassen können Hilfsmittel-Anträge zum MDK geben, müssen dies aber nicht). In der Realität sieht es jedoch so aus, dass fast jeder Versorgungsantrag über ein Hilfsmittel zur apparativen Kompressionsbehandlung zum MDK geht und hier oft medizinisch/therapeutisch beurteilt wird. Die Versorgungen werden oft mit Begründungen abgelehnt oder abgeändert, die die mangelnde Fachkenntnis erkennen lassen. Einige Gutachter des MDK glauben dann besser als der verordnende Arzt zu wissen, wie ein Lymph- oder Lipödem zu behandeln sei, obwohl sie keine diesbezügliche Fachausbildung durchlaufen haben. Da der MDK laut SGB V nur seinem Gewissen verantwortlich ist, halten viele Gutachter das wohl für einen hinreichenden Grund, sich nicht fortbilden zu müssen.
Noch schlimmer ist es, wenn nicht ein Arzt des MDK, sondern ein/e Sachbearbeiter/in einer Krankenkasse die ärztliche Verordnung ändert und nur Teile der Hilfsmittelausstattung, qualitativ unzureichende Versorgungen genehmigt und dies mit unqualifizierten Aussagen begründet. Die Verantwortung für die unzureichende Versorgung und deren Folgen, bzw. evtl. auftretende unerwünschte Nebenwirkungen trägt die Krankenkasse.

Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenkassen (GKV)

Das Hilfsmittelverzeichnis soll laut SGB V „regelmäßig“ fortgeschrieben werden. Dieser Begriff ist allerdings so ungenau, dass der GKV-Spitzenverband es nicht für nötig hält, alle Produktgruppen und Produktuntergruppen dem aktuellen Stand der medizinischen Erkenntnisse anzupassen. Die Produktuntergruppe 17.99.01……. (Kompressionstherapiegeräte) hat heute noch den exakt gleichen Inhalt wie im Jahr 1993. Sachbearbeiter der Kassen und Ärzte des MDK orientieren sich daran und urteilen also mit Hilfe über 20 Jahre alter Informationen.

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